DIE HISTORIE
Als Livio Felluga in den späten 1950er Jahren das von Kriegen gezeichnete und fast verlassene Hügelland des Friauls wiederbelebte, galt er vielen als Träumer – heute wird er ehrfürchtig als „Patriarch“ und Retter des friaulischen Weinbaus gefeiert. Aus einer traditionsreichen Winzerfamilie stammend, die ursprünglich in Istrien ansässig war, ließ sich Livio in Brazzano di Cormòns nieder. Mit unerschütterlichem Pioniergeist kaufte er verlassene Parzellen in Rosazzo auf, kultivierte die alten Terrassen neu und setzte kompromisslos auf die Qualität einheimischer Rebsorten. Ein genialer Meilenstein gelang ihm 1956 mit der Einführung des berühmten Etiketts, das eine historische Landkarte der Region zeigt und bis heute das unverkennbare Markenzeichen des Hauses ist. Heute führt seine Familie das Erbe mit exakt demselben tiefen Respekt vor dem Land fort und hält das Weingut an der Weltspitze für finessenreiche Spitzenweine.
DAS TERROIR
Die Weinberge von Livio Felluga erstrecken sich über die malerischen Hügelketten des Collio und der Colli Orientali del Friuli, im äußersten Nordosten Italiens. Die Reben sind in einem weltweit einzigartigen Boden verwurzelt, der lokal als „Ponca“ bezeichnet wird – eine faszinierende geologische Schichtung aus eozänem Mergel und Sandstein, die reich an Kalk und fossilen Ablagerungen ist. In dieser spektakulären Naturlandschaft sind die Rebstöcke einem besonderen klimatischen Kräftemessen ausgesetzt: Sie profitieren von den mildernden Einflüssen der nahen Adria und müssen gleichzeitig den kalten, rauen Winden der Julischen Alpen trotzen. Dieser ständige alpine und maritime Kontrast zwingt die Reben, tief in die Ponca-Schichten vorzudringen. Das Ergebnis sind Weine von außergewöhnlicher Struktur – von den legendären, kristallklaren Weißweinen wie dem „Illivio“ und „Terre Alte“ bis hin zu den eleganten, scharlachroten Rotweinen –, die alle eine unverwechselbare salzige Mineralität und aromatische Tiefe in sich tragen.