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DIE HISTORIE
Das Weingut Travaglini ist die unangefochtene Ikone von Gattinara und hat die Renaissance des nordpiemontesischen Weinbaus fast im Alleingang geprägt. Gegründet in den 1920er-Jahren von Clemente Travaglini, war es vor allem die visionäre Kraft von Giancarlo Travaglini, die das Haus in den 1950er-Jahren zu weltweitem Ruhm führte. Giancarlo verstand es wie kein Zweiter, die raue Eleganz der Nebbiolo-Traube aus den Ausläufern der Alpen zu veredeln. Legendär und markenrechtlich geschützt ist die von ihm entworfene, asymmetrische Flaschenform: Sie wurde speziell dazu konzipiert, das Depot alter Weine beim Einschenken auf natürliche Weise zurückzuhalten, und ist heute ein weltweit erkanntes Symbol für höchste Qualität. Heute führt seine Tochter Cinzia gemeinsam mit ihrem Mann Massimo das Erbe fort und bewahrt jenen unverwechselbaren Stil, der Gattinara zu einem aristokratischen Rivalen des Barolo gemacht hat.
DAS TERROIR
Das Terroir von Travaglini in Gattinara unterscheidet sich grundlegend von den sanften Hügeln der Langhe. Die Reben klammern sich hier an die felsigen Ausläufer des Monte Rosa Massivs auf einer Höhe von bis zu 420 Metern. Die Böden sind von seltener geologischer Natur: Es handelt sich um vulkanisches Urgestein, das reich an Porphyr, Granit und Eisenoxiden ist, was der Erde ihre charakteristische rötliche Farbe verleiht. Da diese Böden keinen Kalk enthalten und einen sauren pH-Wert aufweisen, zwingen sie die Nebbiolo-Rebe (hier lokal Spanna genannt) zu einer völlig anderen aromatischen Ausprägung. Das Klima ist kühler und kontinentaler, geprägt von alpinen Winden, die eine langsame Reifung und eine außergewöhnliche Frische garantieren. Aus diesem kargen, vulkanischen Boden extrahieren die Weine ihre vibrierende Mineralität, eine stramme Struktur und jene einzigartige, würzige Eleganz, die sie über Jahrzehnte hinweg veredelt.

